Lehrauftrag in Saarbrücken an der HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft

Vom Sommersemester 2007 bis einschließlich Sommersemester 2012 hatte ich fünf Jahre lang einen Lehrauftrag an der HTW Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes im Studiengang Betriebswirtschaft. Am Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Appel habe ich die Verantwortung für das Modul „Grundlagen des Personalmanagements - Personalpsychologie“ übernommen.

Die Studenten lernen hier grundlegende psychologische Erklärungsansätze des menschlichen Verhaltens in der Arbeitswelt kennen. Darüber hinaus erfahren sie, wie diese Grundsätze bei der Gestaltung tragfähiger zwischenmenschlicher Beziehungen in Führungssituationen und bei der Förderung und Entwicklung von Mitarbeitern angewandt werden können. 

Besonders wichtig ist mir der praktische Bezug dieser Veranstaltung. Daher lade ich in jedem Semester interessante Führungskräfte aus mir persönlich bekannten Unternehmen ein. So konnte ich die Geschäftsführerin eines mittelständigen Betriebes gewinnen, über die Herausforderungen der Personalarbeit in einem Familienbetrieb zu sprechen. Der Personalleiter eines großen Unternehmens aus der Elektrobranche hat über die emotionalen Konsequenzen aus einer neuen Entgeltrahmenvereinbarung gesprochen. Auch über die Besonderheiten der Personalarbeit in größeren karitativen Einrichtungen konnte uns ein stellvertretender Einrichtungsleiter ein klares Bild vermitteln. Weitere Vorträge sind für die nächsten Semester bereits geplant. 

Zentrale Inhalte des Moduls Personalmanagements - Personalpsychologie: 

  • Personalpsychologische Kenntnisse in einer veränderten Arbeitswelt
  • Einfluss der Persönlichkeit auf das Arbeitsverhalten
  • Personalpsychologie und Führungskultur
  • Motivationspsychologische Aspekte der Menschenführung
  • Arbeitszufriedenheit und berufsbedingter Stress
  • Gruppen und Teams in Organisationen 
  • Entwicklungspsychologische Erkenntnisse der Mitarbeiterförderung
  • Lernen und Gedächtnis
  • Personalauswahl 

Die übliche Form der Wissensvermittlung war Frontalunterricht in Vorlesungsform und abschließend eine Klausur über das gesamte Fachgebiet. Nach meiner Einschätzung ist es ein auffälliger Widerspruch, einerseits den Studenten beizubringen, wie psychologisch gesehen Lernen und Gedächtnis funktionieren, ihnen aber andererseits dieses Wissen in einer wenig zieldienlichen Form darzubieten. Daher habe ich in enger Abstimmung mit Prof. Appel diese Lehr- und Lernformen überarbeitet. 

Ich habe Gruppen-orientierte Diskussionen eingeführt, bei denen jeder einzelne Student einen eigenen Beitrag leisten muss, der von allen anderen gemeinsam diskutiert und von mir benotet wird. Dadurch ist eine sehr lebendige Lernsituation entstanden, die zu einem deutlichen Wachstum des Interesses bei allen Studenten geführt hat. Nicht zuletzt wurde diese veränderte Situation auch in einer Novellierung der Prüfungsordnung berücksichtigt.   


Nach oben