Coaching

In unserem Leben erfahren wir unterschiedliche Autoritätsstile. Schon als Kind lernen wir, dass Vater, Mutter und Lehrer auf verschiedene Weise ihre Autorität einsetzen. Analoge Erfahrungen machen wir als Erwachsene im Berufsleben. Der alte, aber nach wie vor praktizierte Führungsstil verleiht Autorität kraft Arbeitsvertrag. Der Untergebene hat der Autorität seines Vorgesetzten ›ohne Widerrede‹ Folge zu leisten. Die Unbedingtheit dieses Autoritätsstils hat jedoch auch entlastende Aspekte: Der Arbeitnehmer muss nicht selber eine Entscheidung treffen und ist vom Druck der Verantwortung befreit. 

Heute wird der Führungskraft zunehmend ein kollegialer Autoritätsstil abverlangt. Sie soll die Mitarbeiter in den Arbeitsprozess und die dafür notwendigen Entscheidungen einbinden. Es geht nicht mehr darum, Aufträge zu diktieren und deren blinde Weisung zu honorieren, sondern darum, die Kompetenzen der Mitarbeiter zu Tage zu fördern, sie zu motivieren, ihre Fähigkeiten für den Erfolg des Unternehmens einzusetzen. Der einzelne Mitarbeiter bekommt mehr Entscheidungskompetenz und Verantwortung übertragen. Die Führungskraft kann sich auf diese Weise eine Autorität erarbeiten, die ihr nicht nur ›von oben‹ zugestanden, sondern aufgrund ihres kooperativen und motivierenden Arbeitsstils von den Mitarbeitern entgegengebracht wird.

Vielen Menschen, die unter dem Autoritätsstil ›von oben‹ groß geworden sind, fällt es nicht leicht, den kooperativen Führungsstil zu praktizieren. Denn in der Regel hat der Autoritätsstil der Kindheit und Jugend nachhaltige Eindrücke im Unbewussten hinterlassen, die kollegialen Führungsstilen und Teamfähigkeit oftmals im Wege stehen. Viele Menschen empfinden diese neuen Anforderungen, das Delegieren von Aufgaben auf der einen und die Erweiterung ihres Aufgabenbereichs auf der anderen Seite, als eine psychische Belastung. 

Coaching bietet für den Spagat, unterschiedliche Erwartungen des beruflichen Umfeldes und Autoritätsstile miteinander zu vereinbaren, eine intensive und effektive Lösung an. Es zeigt Wege auf, seine unbewussten Erwartungs- und Führungsstrukturen zu entdecken, zu reflektieren und bei zukünftigen Entscheidungen gebührend zu berücksichtigen.

Mit meinem psychoanalytischen Coachingkonzept verfolge ich das Ziel der Professionalisierung der Führungskraft, die ausdrücklich die Berücksichtigung der Persönlichkeitsentwicklung einschließt. In meinem Coaching steht somit der Mensch mit seinen unbewussten Motiven, Ressourcen und seinem Kompetenzprofil im Mittelpunkt. 

Ich nehme folgende Ebenen in den Fokus:

  • persönliche Kompetenz
  • interpersonelle Kompetenz
  • Team-Kompetenz 
  • Organisationskompetenz 

Je nach Intensität der Beratung unterscheide ich zwischen der langzeitorientierten Begleitung von Führungskräften und der fokussierten Krisenintervention.

  • Langzeitorientierte Begleitung von Führungskräften
    Diese psychoanalytische Coachingform nimmt die ganze Persönlichkeit der Führungskraft mit ihrer beruflichen Geschichte in den Blick. Sie thematisiert Schwierigkeiten, die immer wieder auftauchen, sogar bei unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen: z.B. Probleme im Umgang mit Autoritäten und den eigenen Mitarbeitern oder Probleme, eine Position im Unternehmen zu finden, auf der man Anerkennung genießt, oder die Unschlüssigkeit bei der Berufsplanung. 

    Die langzeitorientierte Begleitung stellt auch Entscheidungs- und Handlungsstrukturen in den Fokus, für die keine bewussten Motive ausgemacht werden können und die dem Einzelnen willentlich nicht mehr zugänglich sind. Die Aufdeckung unbewusster Motive wird neue Ressourcen zu Tage fördern und helfen, Barrieren zu Mitarbeitern abzubauen. Ziel ist eine langfristige psychische Stabilisierung des Klienten im beruflichen, aber auch persönlichen Umfeld.

  • Fokussierte Konfliktbearbeitung und Krisenintervention
    Bei dieser Coachingform geht es um sich plötzlich einstellende Krisen, die auf eine oder wenige klar abzugrenzende Ursachen zurückgeführt werden können. Ein solches Coaching kann beispielsweise den Menschen helfen, die unter großem Erfolgsdruck stehen oder unter betrieblichen Umstrukturierungen zu leiden haben. Sie müssen die Arbeit ihrer entlassenen Kollegen zusätzlich übernehmen oder kommen in der neuen Abteilung nicht zurecht. Führt das dazu, dass die Kapazitäten des Mitarbeiters überbeansprucht werden, kann dies psychosomatische Erkrankungen zur Konsequenz haben. Der Tinnitus (Ohrensausen) ist ein klassisches Beispiel für solch eine stressbedingte Erkrankung.

Falls Sie unsicher sind, ob psychoanalytisch orientiertes Coaching Sie in Ihrer Arbeit unterstützen kann, stehe ich Ihnen in einem ersten Gespräch gerne beratend zur Seite.

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